Penzberger Verein sammelt Kronkorken für behindertes Mädchen

 

Der Penzberger Verein „Bayernbriada“ besteht seit knapp einem Jahr – und hat sich einem wohltätigen Projekt verschrieben. Die Mitglieder helfen einem schwerbehinderten Mädchen. Und zwar mit Kronkorken.

 

Penzberg – Biertrinker kennen sie, Spezitrinker auch. Die Blechdeckel auf den Glasflaschen. Kurz Kronkorken genannt. Mit den kleinen Verschlüssen wollen neun Männer eines Penzberger Vereins Großes bewirken. Sieben Tonnen Kronkorken wollen die „Bayernbriada“ sammeln, um damit einem schwerstbehinderten Mädchen aus Winterberg (Nordrhein-Westfalen) zu helfen. Lotti heißt die Kleine, sieben Jahre ist sie alt. Lotti kann weder laufen noch stehen oder sprechen. Um sie im Auto zu transportieren, brauchen ihre Eltern einen Hub- und Senkstuhl, der von der Kasse nicht gezahlt wird. Die „Bayernbriada“ wollen einen Zuschuss geben. Mithilfe der gesammelten Korken. Sie rufen die Penzberger Bevölkerung dazu auf, mitzumachen. „Sammeln kann jeder“, betont der erste Vorsitzende Martin Schmuck.

Ab Montag, 19. Februar, bis Mitte Juni läuft die Aktion. Danach werden die Korken getauscht – gegen Bares. Einige hundert Euro zahlt ein Verwerter aus Nordrhein-Westfalen für eine Tonne. Das Weißblech in den Deckeln bereitet er auf. Neben den „Bayernbriada“-Mitgliedern sammeln auch der Party-Service Josef Schmid, die Pizzeria Italia Antica, das Café Extra und die DJK Penzberg. Roche und Automotive Hörmann haben ebenfalls Interesse signalisiert. Auch die Stadt unterstützt die Aktion.

Als Bürgermeisterin Elke Zehetner von dem Projekt hörte, war sie Feuer und Flamme. „Wie alte Batterien, können die Korken einfach in einem Haferl gesammelt werden“, sagt sie. Abgeben können die Bürger diese auch am Eingang des Rathauses.

Zehetner ging bereits mit gutem Beispiel voran. Sie hatte die Verwaltung damit beauftragt, Korken in öffentlichen Küchen zu sammeln. Zwei Eimer und eine Tüte voller Blechdeckel sind bis Mittwochabend zusammengekommen. „Bayernbriada“- Schriftführer Peter Neuchl schätzte einen der Eimer bei der gestrigen Übergabe im Rathaus auf zirka sieben Kilo. „Davon brauchen wir 1000 Stück“, sagte Zehetner.

Über Martin Schmucks Frau, die aus Winterberg stammt, kam die Aktion zustande. Ihr Bruder stellte die Anfrage bei dem neuen Penzberger Verein. „Es war klar, dass wir helfen“, sagt Schmuck. Die „Bayernbriada“ sind seit März 2017 als Verein eingetragen. Die sieben Gründungsmitglieder – zwei Neuzugänge kamen dazu – sind alte Spezl, die eines verbindet: die Liebe zum Fußball. Allem voran die Liebe zum FC Bayern. Auch Brauchtum und Tradition ist ihnen wichtig. Und Kinder in Not. Für die wollen sich die Männer – auch Frauen und Kinder sind im Verein willkommen – engagieren. So wie für die kleine Lotti.

Infos zur Aktion und und zum Verein: 

Abgabe: Die gesammelten Kronkorken können bei den Edeka-Getränkemärkten sowie beim Getränkemarkt Orterer in Penzberg und am Eingang des Penzberger Rathauses abgegeben werden. Dauer: Montag, 19. Februar, bis Mitte Juni. Infos über die Bayernbriada: Erster Vorsitzender ist Martin Schmuck, zweiter Vorsitzender Marco Höfler. Auf der Homepage der Stadt Penzberg ist der Verein – es ist der 117. Verein Penzbergs – samt Kontaktdaten eingetragen. Wer Interesse an einer Mitgliedschaft hat, kann sich beim Vorstand melden. Die Internetseite der „Bayernbriada“ ist in Arbeit.

Quelle : Penzberger Mercur

   
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